Möglichkeiten der Warmwassererzeugung im Haus / Wohnung

Warmes Wasser ist ein menschliches Grundbedürfnis. Warmwasser ist, in unseren nördlichen Breitengraden, sogar lebensnotwendig. Je nachdem ob heißes Wasser, zum waschen oder warmes Wasser, für die Heizung, benötigt wird.

Zentrale oder dezentrale Erzeugung von warmen Wasser

Für Mehrfamilienhäuser stellt sich bereits vor dem Bau die Frage, ob das Wasser zentral, beispielsweise von einem Heizkessel, erzeugt werden soll, welcher wiederum einen großen Boiler aufheizt, oder dezentral in den Wohnungen erfolgen soll. Je näher die Warmwasserversorgung am Endverbraucher ist, desto weniger Wärmeübertragungsverluste treten dabei auf.

Durchlauferhitzer oder Warmwasserspeicher/Boiler

Als nächstes stellt sich die Frage, ob ein Durchlauferhitzer zum Erhitzen bei Bedarf ausreicht, oder ob ein Warmwasserspeicher/Boiler, benötigt wird.

Gas-Brennwerttherme-im-Keller

Gas-Brennwerttherme im Keller

Oft wird Warmwasser, für die Wohnung, in Durchlauferhitzern erzeugt. Meist mit Gas, wenn auch damit geheizt werden soll und weniger oft, wenn kein Gasanschluss vorhanden ist, auch Elektrisch. Oder nur Warmwasser für das Bad, oder ein einzelnes Waschbecken bzw. die Spüle benötigt wird. Manchmal werden Durchlauferhitzer mit kleinen Boilern, für maximal rund 100 Liter Warmwasser, kombiniert. Ein Durchlauferhitzer erhitzt, je nach Leistung, pro Minute, eine bestimmte Menge an Heißwasser, mit einer Temperatur von 60 Grad bzw. die Hälfte davon, als Warmwasser, mit 30 Grad. Für große Warmwassermengen, die schnell abrufbar sein müssen, eignet sich der Durchlauferhitzer jedoch nicht. Die Temperatur im Haus oder der Wohnung lassen sich mit einem Durchlauferhitzer auch nicht so präzise einstellen, was zu unangenehmen Schwankungen führen kann. Dafür ist der Durchlauferhitzer platzsparender und kann flexibel, überall installiert werden. Ein separater Heizungsraum, mit Platz für den Boiler und den Brennkessel sowie komplexe Leitungssysteme und Steuerung, werden nicht benötigt. Bekannte Hersteller sind zum Beispiel Siemens oder AEG.

Methoden der Warmwassererzeugung

Schließlich geht es um die Frage, wie das Wasser erhitzt werden soll. Die Auswahl an Möglichkeiten ist, nicht zuletzt seit der Trend zu ökologischen Alternativenergien geht, groß.

Wärmepumpen

Vorteile: Staatlich gefördert, kann preiswert sein

Nachteile: Tiefes Loch muss gebohrt werden was aufwendig und teuer sein kann. Zudem     wird zum Betrieb relativ viel Strom benötigt.

Solarthermie-Anlagen

Vorteile: Im Sommer keine laufenden Kosten für Warmwassererzeugung und Brennstoffe, hilft im Winter, Kosten zu sparen.

Nachteile: Reicht nicht als alleiniges Heizsystem aus, sondern muss mit der regulären Heizungsanlage kombiniert werden

Durchlauferhitzer

Vorteile: Günstig, Flexibel, Platzsparend

Nachteile: Effizienznachteile, Eher für kleinere Wohungen und geringen Warmwasserbedarf

Heizkessel und die Frage ob Konstanttemperatur, Brennwertkessel oder Niedertemperaturkessel

Vorteile: Besonders bei Brennwert- und Niedertemperatur ein hoher Wirkungsgrad, intelligente Steuerung, für größere Mengen und auch für Mehrfamilienhäuser mit zentraler Versorgung geeignet. Kann sehr gut mit der alternativen Solarthermie kombiniert werden.

Nachteile: Höhere Installations- und Wartungskosten, Kann Probleme je nach Schornstein hervorrufen wenn es sich um Niedertemperatur- und Brennwertkessel handelt.

Sind diese Fragen geklärt muss man sich schließlich noch für einen Brennstoff entschließen.
  • Elektrizität ist meistens sehr teuer und für das Heizen deshalb eher ungeeignet. Es kann sich aber rechnen, wenn bspw. ohnehin eine Wärmepumpe für die Heizung installiert werden soll und/oder eine zusätzliche flexible Warmwasseraufbereitung benötigt wird.
  • Holz, Kohle, Pellets und Biogas sind hierzulande sicher verfügbar, voraussichtlich auch in den nächsten Jahrzehnten. Die Preise schwanken in der Regel nicht so stark, wie bei importierten Energieträgern, wie Gas oder Öl.
  • Gas und Heizöl, sind dagegen sehr komfortabel an jedem Ort und schnell einsetzbar, wird aber immer aus dem Ausland importiert.

Alle konventionellen Brennstoffe haben natürlich ihren Preis, der oft über Jahre hinweg relativ hoch oder tief sein kann und außerdem unvorhersehbar schwankt. Ein vermeintlicher Vorteil, bei den Heizkosten, kann sich deshalb schnell zu einem Nachteil entwickeln und umgekehrt.

Darum sollte man die Kalkulation für die Methode der Warmwassererzeugung nicht ausschließlich von den Kosten des Brennstoffes abhängig machen, sondern immer vom Gesamtsystem aus betrachten.

Fragen Sie darum immer einen Fachmann, der Ihnen alle Methoden für die Warmwassererzeugung plausibel erklären und Ihren Bedarf durchrechnen kann. Eine richtige Entscheidung spart hier bares Geld, oft über Jahrzehnte.